Suborbital Info

DIE WELT IST GROß.
BESONDERS VON OBEN.


SuborbitalEin Raumflug in suborbitale Höhen in den kommenden Jahren wird Sie mit etwas vollkommen Neuem konfrontieren.

In den nächsten Jahren werden suborbitale Raumschiffe Passagiere und wissenschaftliche Nutzlasten ins All bringen. Bei der wissenschaftlichen Nutzung steht natürlich die Erkundung der Erde als auch die Entwicklung von neuen Materialien und der Test dieser im Vordergrund.

Menschen die ins All fliegen werden können sich auf ein Abenteuer der Spitzenklasse einrichten, welches ihnen einen Blick ermöglichen wird, der sich ein Leben lang ins Gedächtnis einbringen wird. Und vor allen Dingen: ein solcher Flug ist ein psychologisches Ereignis. Menschen, die in den Weltraum fliegen, denken von diesem Moment an anders über ihr Leben oder das gesamte Universum nach. Diesen Effekt konnte man besonders bei den Apollo-Astronauten beobachten, die teilweise von „göttlicher Erfahrung“ sprachen. Jedoch liegt es an jedem selbst wie man auf dieses Ereignis reagiert. Dies lässt sich nicht vorherbestimmen oder vorher von Spezialisten bestimmen.

Sicherlich ist ein Flug in Suborbitale Höhen zunächst mit Aufwand verbunden.

Als „Suborbital“ bezeichnet die Physik, um ein wenig in die technischen Einzelheiten der Materie einzusteigen, eine Flugbahn die in einer Höhe zwischen 100 und 200 Kilometern über der Erdoberfläche liegt. Die Grenze zum Weltraum ist hierbei physikalisch noch nicht erreicht, Moleküle der Erdatmosphäre lassen sich auch noch in Flugbahnen jenseits von 1.600km messen.

Die Anfänge

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte man sich darüber Gedanken gemacht, wie man eine Flughöhe bezeichnen konnte, die an die Grenze des Weltalls (Edge of Space) oder in den Weltraum führen.

Joseph Kittings's jump 110,000 ft Der am höchst „fliegende“ Mensch war im Jahr 1960 der US Airforce Captain Joseph Kittinger. Joseph Kittinger war Testpilot und Teilnehmer des Programms „Man High“. Dies war ein Versuchsprojekt der US-Airforce um zu testen, welche Systeme man entwickeln musste um es Piloten von Höhenflugzeugen (z.B. U2 Spionageflugzeug) im Notfall ermöglichen zu können, aus großen Höhen aus der Maschine auszusteigen.

Kittinger erreichte bei einem Flug mit einem Heliumballon mit seiner Gondel eine Höhe von über 110.000 Fuß (31.232 Meter). Als die Flughöhe erreicht war, stieg er aus der Gondel aus und fiel der Erde entgegen. Er wurde somit zum höchstfliegenden Menschen als auch zum dem Menschen, der bei einem freien Fall die höchste Geschwindigkeit erreichte. Er landete sicher mit seinem Fallschirm.

Einige behaupten, er wäre bei diesem Fall schneller als der Schall gewesen (Schallgeschwindigkeit 333m/s), dies konnte jedoch auf den Radarbildern nicht nachgemessen werden, er bewegte sich jedoch in seinem Fall in den großen Höhen nahezu an der Schallmauer. Er hätte es wahrscheinlich nicht überlebt, hätte er die Schallmauer durchbrochen. Im Jahr 2012 brach der österreichische Extremsportler alle Rekorde Kittinger’s bis auf einen, den längsten freien Fall. Baumgartner sprang aus einer Höhe von 38.969,5 Metern ab und durchbrach die Schallmauer. Nur zwei Jahre später wurde der Rekord Baumgartners vom US-amerikanischen Google Excecutive Alan Eustace überboten, vor seinem Absprung wurde eine Höhe von 41.419 Metern erreicht.!

Piloten und Astronauten

Alan B. Shepard in seiner Mercury 'Freedom 7' Kapsel 1961 Als ersten „suborbitalen Flug“ in der Geschichte der Raumfahrt kann man den Flug des Amerikaners Alan B. Shepard beschreiben, der mit seiner Mercury Kapsel im Mai 1961 zum ersten Amerikaner im All wurde. Sein Raumschiff flog auf eine Höhe von 186 Kilometer, und er landete dann sicher im Atlantischen Ozean.

Yuri Gagarins Raumflug am 12. April 1961 hingegen war ein orbitaler Raumflug. Yuri erreichte eine Flughöhe von 350 Kilometer, und er umkreiste in 96 Minuten einmal die Erde. Die Amerikaner konnten erst mit John Glenn im Jahr 1962 den ersten erfolgreichen Orbitalflug absolvieren.

North American X-15 gekoppelt an eine B-52 Bereits in den 50 Jahren arbeitete man an einem Versuchsflugzeug, welches später als "X-15 Projekt" bezeichnet wurde. Die X-15 war ein raketenangetriebenes Flugzeug, welches sich an einem B-52 Bomber hängend zunächst auf eine Höhe von zirka 14 Kilometer tragen ließ. Dann wurde es abgeworfen, die Raketenmotoren gezündet und der schnelle Aufstieg in große Höhen begann.

1963 erreichte hierbei der Pilot Joe Walker zweimal Höhen jenseits der offiziellen internationalen Grenze zum Weltraum über 100 Kilometer Flughöhe. Dies waren nach der offiziellen Regelung die ersten Suborbitalflüge. Die US-Airforce definierte in dieser Zeit die 'Grenze zum Weltraum' auf 80 Kilometer Flughöhe, aus diesem Grund wurden den militärischen Piloten der X-15 die über diese Grenzen flogen, "USAF Astronaut Wings" verliehen, während die zivilen Piloten erst nach 35 Jahren 'NASA Astronaut Wings' verliehen wurden.

Sergei Krikalev Seit diesen Tagen der Raumfahrt-Missionen mit Wostok der Russen, den Mercury und Gemini Flügen der Amerikaner – als auch den folgenden Raumfahrtmissionen haben sich bis heute ungefähr 700 Astronauten im All befunden, wobei der Anteil der Amerikaner am größten ist. Jedoch stellten die Russen mit weniger Kosmonauten die Anzahl dar, die sich am längsten im All aufgehalten haben. Sie erprobten nach der Schlappe, das Rennen um den Mond verloren zu haben, Langzeitaufenthalte im All, wobei der Aufenthalt des russischen Kosmonauten Valeri Poljakov mit 437 Tagen im All während einer Mission den bis heute haltenden Weltrekord beinhaltet. Sergei Krikalev, russischer Kosmonaut hielt anschließend für viele Jahren den Rekord mit 803 Tagen, 9 Stunden und 41 Minuten mit insgesamt 8 Weltraummissionen, bis er von seinem russischen Landsmann Gennady Padalka im Jahr 2016 mit einer Gesamtdauer im All von 878 Tagen, 11 Stunden und 38 Minuten in 5 Missionen übertroffen wurde.

Space Touristen & Passagiere

Blick auf die Erde aus ca. 100km Flughöhe Suborbitale Passagier-Weltraumflüge beflügelten schon immer den Geist von Menschen, und somit kristallisierte sich bereits in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts heraus, dass dieser Schritt irgendwann in der Zukunft gemacht würde.

Und somit war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die ersten kommerziellen Flugzeugbauern dieses Themas angenommen haben.

Der Ansari X-Prize wurde im Jahr 2004 vom amerikanischen Hersteller Scaled Composites gewonnen, 20 Millionen Dollar an Preisgeld war ausgesetzt für das Team, welche mit Hilfe eines kommerziellen Raumfahrtzeugs die Grenze zum Weltall nach internationalen Regeln der FAI (www.fai.org) überschreitet, zurückkehrt und diesen Flug innerhalb von 2 Wochen nochmals wiederholte.

Atmosphärenschichten & Karman Linie Seitdem arbeiten einige Firmen an einem Raumfahrtkonzept, welches „Space Participants“ (wie Space Touristen im Fachjargon heißen, sie hören sich nicht gerne als Space Tourist) in Flughöhen an oder jenseits der Grenze des Weltraums bringt.

Die Grenze des Weltraums wurde im letzten Jahrhundert von der US-Airforce mit 80 Kilometer beschrieben, jedoch von der FAI (www.fai.org) mit einer Höhe von 100km bestimmt. Diese Grenze galt auch als Ziel, wer als erster kommerzieller Astronaut diese überschreitet. Maßgeblich für die 100 Kilometer Marke waren die wissenschaftlichen Arbeiten von Theodore von Kármán, Gründer des JPL (Jet Propulsion Laboratory).

Nun stehen wir vor einem neuen Zeitalter, wo sich der Mensch ins All aufmacht, jedoch auf „Privaten Flügeln". Die orbitalen Flüge zur Raumstation ISS werden nach wie vor das Augenmerk der Raumfahrt betreibenden Staaten bleiben, der suborbitale Weltraumtourismus wird sich jedoch in den ersten kommenden Jahren auf Flüge bis oder ein wenig jenseits der „Karman-Linie“ (100km) beschränken.

Anforderungen und Flugphasen

Zunächst einmal gilt es, dort hoch zu kommen. Sicherlich ist dies ein Stück Arbeit. Sie müssen gesund sein, jedoch müssen Sie kein Iron-Man sein! Es gibt körperliche Mindest- als auch Höchstmaße, und z.B. an Klaustrophobie dürfen Sie auch nicht leiden. Ihr Herz muss in Ordnung sein, und ihr Blutdruck auch. Je nachdem welches Fluggefährt benutzt wird, gibt es natürlich ärztliche Untersuchungen und Grundbedingungen, die einfach vorhanden sein müssen. Manchmal wird genau dieses Thema ein wenig verharmlost nach der Devise 'Das kann Jeder machen", aber ganz so einfach ist die Sache dann auch nicht.

Jedoch, und da können Sie sicher sein, erhalten Sie genaueste Dokumentationen von den verschiedenen Anbietern, und es wird Ihnen nicht erspart bleiben, sich ärtzlicher gründlicher Untersuchung unterziehen zu müssen. Teilweise können Sie das schon mit Voruntersuchungen mit Ihrem Hausarzt erledigen. Wenn Sie sicher sein wollen, dann nehmen Sie doch einfach Teil an unserem "Suborbital Prequalification Training". Wenn Sie durch sind, wissen Sie definitiv, dass Sie den notwendigen Biss mitbringen, sich auf die verschiedenen Flugphasen einstellen zu können.

Flugphasen Der Flug ins All wird sie nämlich gleich durch 3 Mauern bringen: die erste Stufe ist das Durchbrechen der Schallmauer bei MACH 1 (333m/s), dann durch die nächste Stufe MACH 2 (666m/s). Dann folgt MACH 3 (999m/s). Sie werden mit einer Geschwindigkeit von ca. 3.600km/h ins All aufsteigen, wenn der Raketenantrieb gezündet worden ist. Dabei lasten ca. 3 – 4 G auf Ihrem Körper, heißt das mehrfache Körpergewicht Ihres eigenen Körpers. (Beispiel: eine Person die 80 Kilo wiegt, wiegt bei 4 G 320kg). Sie werden in den Sitz gepresst, Ihre Arme werden schwerer. Jedoch ist diese Belastung auszuhalten, Sie wurden vorher im Training auf eine solche Belastung eingestellt.

In einer Höhe von ca. 55km (oder auch früher, je nachdem welche Flughöhe erreicht werden soll) wird der Raketenantrieb ausgeschaltet, und dann beginnt die Freiflugphase. Es wird urplötzlich still um Sie, denn der Raketenmotor ist abgestellt und das Raketenflugzeug bewegt sich nur noch durch die Anfangsgeschwindigkeit antriebslos in Richtung Karman-Linie.

Von diesem Moment beginnt, physikalisch gesehen, eine Keppler’sche Parabel! Sie werden schwerelos! Dies ist ein sehr aufregender Moment. Das, was Ihnen die Schwerelosigkeit bieten wird, wird aber von einem anderen Ereignis überholt werden, nämlich dem Blick auf die Erde. Sie rasen anfangs mit ca. 3.600km der Karman-Linie entgegen, nach dem Abschalten des Raketenantriebs nimmt Ihre Geschwindigkeit stets ab.

Auf einer Höhe zwischen 105 und 120 km angekommen haben sie Ihr Ziel erreicht, den höchsten Punkt Ihrer Reise (Apogäum). Schnell beginnt wieder der Abstieg in Richtung Erde, dies werden sie jedoch nicht wahrnehmen. Sie haben einen Ausblick rund um das Raumschiff. Manche Raumschiffe werden sich im All nach allen Seiten drehen, so dass Sie sowohl die Erde, als auch die absolute Schwärze des Weltalls sehen können. Sterne sehen Sie nur bedingt, die Erde überstrahlt mit ihrem blauweißen Glanz alles um Sie herum.

Wenn Sie in Richtung 12 Uhr schauen (Fliegersprache: 12 Uhr bedeutet nach vorne, 3 Uhr bedeutet nach rechts, 6 Uhr nach hinten und 9 Uhr nach links), können Sie 1.600km weit sehen. Das heißt z.B., wenn Sie von Oberitalien fliegen würden, sehen Sie in Richtung Norden bis nach Dänemark, Sie können, links daneben die Englische Insel sehen. Blicken Sie nach Süden, können Sie den Stiefel Italiens gut erkennen, als auch die Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien. Sie sehen die Nordküste Afrikas! Die Erde hat eine äußerst große Krümmung, die Sie bereits beim Aufstieg in die Höhe beobachten konnten.

Die Krümmung wird immer stärker, desto weiter Sie sich in Richtung All bewegen, und Sie bemerken richtig, dass die Erde eine Kugel ist, die ihre Bahnen im Weltraum seit Milliarden von Jahren zieht. Die verschiedenen Farbnuancen der Erde werden sich in Ihr Gedächtnis einbringen. Das menschliche Auge kann mehr Farbunterschiede erkennen als eine Kameralinse.

Die Erde als Ganzes werden Sie natürlich nicht zu sehen bekommen. Dafür müssten Sie in Richtung Mond fliegen in eine Entfernung von 260.000 Kilometer. Dort waren bisher nur die Apollo Astronauten.

Wie wird es sein?

Einen solchen Flug kann man nicht in Worte fassen. Unsere Kunden flogen mit der MIG-25 in große Flughöhen, Andreas erreichte bei einem Flug eine Flughöhe von fast 29 Kilometer. Heute bieten wir die „Edge of Space Flights“ mit der MIG-29 UB an, Flughöhen von 21 bis 23 Kilometer sind möglich, abhängig von der Jahreszeit und natürlich den technischen Bedingungen die am Flugtag gelten.

Für die meisten Teilnehmer an Jetflügen war der Punkt des höchsten Fluges „unendlich“. Die Zeit schien still zu stehen, und die Minuten kamen ihnen vor wie Stunden.

Andere wiederum beschrieben ihr Erlebnis wie „im Flug“ vergangen, welches jedoch dadurch wettgemacht wurde, dass sie Ihr Flugvideo erhielten und anschließend nochmals mitfliegen konnten. Dieses Video, aus verschiedenen Sichtweisen, werden Sie von Ihrem Flug auch erhalten. In HD-Qualität.

Das vorherzusagen, ob Ihnen dies alles bei einem suborbitalen Raumflug kurz oder lang vorkommen wird, kann man nicht. Diese Erfahrung kann man nur dadurch erleben, indem man diesen Flug macht.

Willkommen im Zeitalter des suborbitalen Weltraumflugs! Willkommen im Weltall! Wir freuen uns darauf, Sie auf Ihrem Weg begleiten zu können.



[Bildnachweis: NASA, US-Airforce, Scaled Composites, Gagarin Cosmonaut Training Center, Federal Aviation Administration, Space Affairs]