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Soyuz Liftoff Baikonur

LiftOff Soyuz TMA 12 VIP-Tour 03.04.-09.04.2008
von Werner Strasser


Als Jahrgang 1954 wollte ich mir einen runden 54. Geburtstag der etwas besonderen Art gönnen. Von Kindsbein an hat mich die Raumfahrt und Raketentechnik fasziniert. Mein Vater stand mit uns Jungs jeweils nachts unter freiem Himmel, um den Sputnik vorbei ziehen zu sehen. Selbstverständlich haben wir damals auch das ganze Apollo Programm schwarz-weiß verfolgt. In den 70er und 80er Jahren ging es dann von Museum zu Museum. Das war zwar interessant aber der letzte Kick fehlte. Ich wollte eine Rakete starten sehen!

Ganze vier Anläufe habe ich gebraucht bis ich schlussendlich den Start der Space-Shuttle Mission STS-96 am 29. Oktober 1998 mit John Glenn an Bord bewundern konnte. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurden plötzlich Dinge möglich die früher undenkbar waren, Russland öffnete sich. Also müsste es doch möglich sein einen Start in Russland zu besuchen, so meine Gedanken.

Internet Recherchen führten mich zu Andreas Bergweiler von Space Affairs. Ein paar Mails hin und her zeigten sehr rasch, dass ich an jemanden gelangt bin der von der Sache nicht nur eine Ahnung hat, sondern auch Erfahrung und die nötigen Kontakte nach Russland und zu den Entscheidungsträgern der Russischen Raumfahrt.

Die von mir am meisten gestellte Frage war die nach der Wahrscheinlichkeit, dass die Soyuz wirklich nach Plan starten wird. Andreas versicherte mir, dass im Gegensatz zu den USA, die Russen sehr selten einen Start kurzfristig verschieben oder gar abbrechen mussten. Also habe ich gebucht. Jetzt war ich noch mehr gespannt. Was machen die Russen anders als die Amerikaner?

Schon die Beschaffung des Visums war eine etwas abenteuerliche Angelegenheit. Dank dem organisiertem Einladungsschreiben aus Moskau und über die Kanäle der Russischen Botschaft in der Schweiz hatte bereits diese erste Hürde einwandfrei geklappt. Die Vorzeichen für die Reise waren also gut.

Da ich diese Reise nach Russland mit geschäftlichen Tätigkeiten verbinden wollte und zudem ein sehr enges Zeitfenster hatte, habe ich angefragt, ob ich den Besuch bei Energia vorziehen könnte um am Schluss der Reise entsprechend abreisen zu können. Ganz sicher keine einfache Aufgabe liegt doch das Energia Museum innerhalb der Fabrikanlagen von Energia und ist nach wie vor innerhalb eines Sicherheits- Gebietes.

Andreas konnte diesen Wunsch dank seines Beziehungsnetzes prompt erfüllen. Dieser Museumsbesuch ist ein absolutes Muss für Raumfahrtbegeisterte stehen doch in diesem Museum sehr viele Artefakte der bemannten Raumfahrt, die zum ersten Mal im All waren.

Baikonur Expedition Soyuz TMA-12 Am Donnerstag den 3. April 2008 traf sich dann die ganze Reisegruppe planmäßig im Hotel Soyuz nordöstlich von Moskau. Wir waren 6 Personen mit sehr unterschiedlichen Lebensläufen aber einem gemeinsamen Ziel; wir wollten sehen was und wie die Russen die bemannte Raumfahrt bewerkstelligen. Alle der Gruppe hatten Cape Kennedy gesehen, gefragt war der Unterschied.

Am 4. April, also meinem runden Geburtstag, besichtigten wir das Gagarin Cosmonaut Trainingscenter. Nebst den imposanten Anlagen mit der größten Zentrifuge der Welt und den Tauchtanks sahen wir Kosmonauten beim Training und einstudieren der Procederes. Näher ran kann man nicht kommen!

Am Samstag den 5. April flogen wir dann mit einer offiziellen Maschine des GCTC von Moskau nach Baikonur. Keine öffentliche Airline der Welt kann dieses Flugerlebnis bieten. Die Maschine, eine TU 134, war defekt, wir mussten warten. Selenruhig radelte ein Mechaniker vor unseren Augen zu einer anderen abgestellten Maschine gleichen Typs, baute dort ein beschädigtes Landelicht aus, radelte über das Rollfeld zurück und baute das Landelicht in unsere Maschine ein. Die Maschine war bereit.

Mit etwas Verspätung ging der Flug los. So sicher habe ich mich selten gefühlt, die Leute waren vom Fach und wussten was sie taten. Die vielen Kosmonauten und Regierungsmitglieder auf der gleichen Maschine waren zudem der beste Garant für seriöse Arbeit. Der Flug selber in dieser Regierungsmaschine war eine im Westen nicht zu erhaltende Reise. Durch das Glaskanzel Cockpit konnten wir den Flug aus der Perspektive eines Navigators längst vergangener Zeiten beobachten. Als sich Andreas eine Raucherecke einrichten ließ und irgendwoher kaukasischer Cognac auftauchte war die Reise endgültig nicht mehr zu toppen. Die Landung in Baikonur und der Transfer zum Hotel waren reine Routine.

Am Sonntag den 6. April folgte der mit viel Spannung erwartete Rollout der Soyuz Rakete mit der bereits montierten Soyuz Kapsel. Im Morgengrauen öffnete sich das Tor der Montagehalle und die Soyuz Kombination wurde liegend auf einem Bahnwagen mit einer Diesellok zum Startplatz gezogen. Verglichen mit einer Amerikanischen Rakete war die Soyuz sehr klein. Und die soll das Gleiche bewirken wie diese Amerikanischen Monster schoss es mir durch den Kopf. Das zu Hause in der Theorie aufbereitete Wissen wurde sofort als in der Realität vollzogen erkannt. Im Unterschied zu den Amerikanern stapeln die Russen nicht unterschiedliche Raketenstufen aufeinander, sondern bündeln baugleiche Einheiten am Umfang. Wenn man diese Lösung sieht erscheint sie sofort logisch, stapeln Sie 6 Dosen Bier übereinander oder nebeneinander?

Mit Anbruch des Tages konnte man dann auch die Umgebung klarer erkennen. Die Gebäude sind teilweise in einem verwahrlosten Zustand und viel Schrott liegt herum. Das Geld der heutigen zivilen Raumfahrt ist viel knapper als das Geld der militärischen Raumfahrt zur Zeit des kalten Krieges. Dieser Eindruck erhärtete sich beim Besuch der zum Teil ausgedienten Startrampen und Teststände von Proton, Buran und Energia Raketen. Auf ihrer Startrampe angekommen wurde die Soyuz Einheit mittels eines einzigen Hydraulikzylinders von der Horizontalen auf dem Bahnwagen in die Vertikale der Startrampe gedrückt. Voila, geht doch bestens, wunderschön und elegant stand die Rakete auf ihrem Abschussgestell. Es folgte die Betankung und Fertigstellung über die nächsten zwei Tage bei der wir verständlicherweise nicht anwesend sein durften.

Am Montag den 7. April verfolgten wir die Pressekonferenz der Kosmonauten. Die fliegende und die Stand-by Besatzungen waren anwesend. Wie man der Presse bereits in Europa entnehmen konnte wurde der Koreanische Kosmonaut wegen Spionagevorwürfen durch eine Koreanische Kollegin ersetzt. Für die beiden russischen Kosmonauten der Stand-by Besatzung war klar, dass sie den nächsten Flug fliegen werden. Für den Koreanischen Kosmonauten war ebenso klar, dass er nie ins All wird fliegen können.

Am Nachmittag besuchten wir weitere Startrampen und Testgelände. In aller Offenheit zeigten uns die Russen auch den Ort ihres größten Unglücks. Hier machte in den 60er Jahren General Nedelin so viel Druck auf seine Arbeiter und Ingenieure im Wettlauf gegen die Zeit, dass prompt gepfuscht wurde und die Rakete explodierte.

Absolut unglaublich war der Besuch in der Soyuz Montage Halle. Wir waren im unmittelbaren Kontakt mit den nächsten beiden Raketen die sich bereits im Zusammenbau Stadium befanden. Hier der nächste große Unterschied der Russischen Raumfahrttechnik zu den Amerikanern. Die Russen praktizieren Serienbau, die Amerikaner Architekturbau. Bei den Amerikanern ist keine Rakete gleich wie die andere, bei den Russen ist eine Rakete gleich wie die andere und das schon seit über 40 Jahren. Insgesamt wurden über 1000 Stück Soyuz Einheiten gebaut. Wie lautet das russische Sprichwort? Don`t touch it, if it works.

Abends nahmen wir gemeinsam mit einer Reisegruppe aus Frankreich und den USA ein Kasachisches Nachtessen in eine Jurte ein. Die Gespräche waren äußerst interessant. Die Deutschen haben die Raketentechnik erfunden, die Amerikaner waren die ersten auf dem Mond und die Franzosen sind dank Ariane ebenfalls mit dabei. Und wir Schweizer? Immerhin ist die Nutzlastverkleidung der Ariane aus der Schweiz, ich musste mich also nicht ganz verstecken. Das mit dem Raumfahrt Programm Apollo 18-Sojus 19 am 15. Juli 1975 begonnene Ende des Ost-West-Konfliktes fand an diesem Abend eine würdige Fortsetzung in dieser Jurte in Baikonur Kasachstan.

Am Dienstag den 8. April dann endlich das absolute high light, der Start!

Zuerst konnten wir dem Test der Sokol Druckanzüge beiwohnen. Auch hier, Andreas kannte die Details; schaut mal dort was passiert. Die Herren Kosmonauten rauchten mit dem Arzt zusammen ihre letzte Zigarette vor sie in den Raumanzug schlüpften!

Umgeben von der Prominenz der Russischen und der Amerikanischen Raumfahrt waren wir ein Teil des Geschehens. Das Ganze wirkte wie ein Familienanlass, jeder kannte jeden und zwar auch unseren Reiseleiter Andreas Bergweiler. Wir kamen kaum nach mit Fotos schießen, Valentina Terechkova, die erste Frau im All, Alexej Leonow der aus der Woschod-2 als erster Mensch einen Weltraumspaziergang unternommen hat.

Sergej Krikalov der vergessene Kosmonaut der für die USSR gestartet, aber für GUS gelandet ist. Kein Wunder, hielt er damals mit 311 Tagen im All den Rekord für den längsten Raumflug, bis er von Valeri Poljakov mit Soyuz TM-18 mit 437 Tagen am Stück überboten wurde. Jedoch, zählt man Krikalov's Tage der gesamten 6 Raumflüge zusammen, ist er der Weltmeister: 803 Stunden, 9 Stunden und 39 Minuten! Freundlicherweise hat Energia das Bild unserer Reisegruppe beim Farewell der Kosmonauten ins Internet gestellt. Wir sind also ein Teil der festgehaltenen Geschichte von Soyuz 12!

Auf dem Weg zur Zuschauertribüne besuchen wir das Baikonur Space Museum und die Korolev Cottages. Das Museum ist sehr bescheiden und wirkt wie in der Steppe vergessen, aber es gehört genau da hin. Hier in unmittelbarer Nähe zur Startrampe und zur Startleitzentrale. Vor dem Gebäude steht eine Buran, das Russische Gegenstück zum Space-Shuttle. Ein weiteres Exemplar wird im Technikmuseum Speyer zu stehen kommen!

Dem Start selber, konnten wir aus einer Distanz von weniger als 2 km beiwohnen. Man bot uns Plätze auf der Ehrentribüne an. Andreas empfahl uns aber freundlich darauf zu verzichten. Wieso? Das Dach hätte uns die Flugbetrachtung sehr schnell eingeschränkt!

Auf eine weitere aber nicht unwesentliche Besonderheit wurden wir hingewiesen. Die Russen zählen keinen Count-down über Lautsprecher. Majestätisch steht die Rakete vor uns in der Steppe Kasachstans. Stahlblauer, wolkenloser Himmel, strahlender Sonnenschein. Besser können Startbedingungen für Betrachter nicht sein.

Irgendwie scheinen alle Anwesenden ausser mir zu wissen was ablief. Plötzlich wurden Ärmel hochgekrempelt und die Armbanduhren konsultiert. Es musste gleich losgehen. Prompt schwarzer Rauch unter der Rakete, die Zündung. Rasend schnell entwickelte sich ein gigantischer Feuerball, ein lauter dumpfer Ton, die Rakete ruckelte und hob ganz langsam ab. Auf einem Feuerball sitzend beschleunigte sie und schoss in den stahlblauen Himmel. Von bloßem Auge konnten wir die Trennung der vier Außen Raketen von der Zentralrakete erkennen. Noch sahen wir einen Feuerball und Schwuppes, weg war sie.

Der Vorgang lässt sich nicht adäquat beschreiben, man muss es erlebt haben, einfach unglaublich und faszinierend zugleich. Wir schossen ein Gruppenfoto und freuten uns über den gemeinsam erlebten erfolgreichen Start. Von Energia wurden wir zu einer Farewell-Party eingeladen. Russische, Amerikanische und Europäische Raumfahrtprominenz verbrüderten sich. Tost um Tost wurde gehalten und mit Wodka begossen. Die Kaviar- und Fischbrötchen dazwischen verhinderten schlimmeres. Schöner kann Raumfahrttechnik nicht sein.

Ein Amerikaner beantwortete meine Frage wieso in Russland ein Start so pünktlich und präzise abläuft und in USA nicht mit einer nicht typische amerikanischen aber absolut korrekten Antwort "It`s absolutely Microsoft free!"

Der Rückflug nach Moskau mit einer TU-144 der Moskauer Stadtregierung schloss für mich diese unbeschreibliche Reise ab. Ich musste zurück in die Schweiz und konnte leider am Docking im Raumfahrtzentrum Koroljow nicht teilnehmen.

Bei Andreas Bergweiler möchte ich mich für diese einmalige Gestaltung meines runden Geburtstages ganz herzlich bedanken. Er hat sich mit Leib und Seele "Space Affairs" verschrieben. Allen Raumfahrtbegeisterten kann ich nur empfehlen seine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Werner Strasser, im Juli 2008





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